Adelstitel sind ein interessanter Namenszusatz und bringen jeden ins Staunen, der solch einen Namen hört oder liest. Doch woher bekommt man heute noch Adelstitel? Und hat man eigentlich noch Privilegien?
Der Adelstitel gab im Mittelalter die Stellung des Trägers in der gesellschaftlichen Hierarchie an. Sie entwickelten sich aus einfachen Funktionsbezeichnungen, so zum Beispiel der Herzog, der zu germanischer Zeit einen Anführer eines Heerzugs beschrieb. Seit Ende des ersten Weltkrieges gehören Adelstitel und die damit verbundenen Privilegien der Vergangenheit an, dürfen aber in Deutschland immer noch im Namen getragen werde. In Österreich hingegen steht die Führung eines Adelstitels im Namen unter Strafe. Das Verleihen von Adelstiteln ist in beiden Ländern nicht mehr möglich, in Deutschland besteht aber noch die Möglichkeit, einen Titel durch Vererbung zu erlangen.
Viele Internetagenturen bieten heute die Möglichkeit an, Adelstitel aus verschiedenen Ländern käuflich zu erwerben. So kann man zwischen irischen, schottische, deutschen, französischen und vielen anderen frei wählen, sich sogar sein eigenes Wappen kreieren und dieses nutzen. Rechtlich gesehen ist diese Vermarktung von blauem Blut auch einwandfrei, denn der Kauf eines Adelstitel wurde nie wirklich gesetzlich geregelt, da er eben nur noch als Namensanhang festgelegt ist. Privilegien, wie die Anrede „Durchlaucht“ stehen einem auch dann nicht zu, wenn man ein erkauftes „von“ im Namen trägt.
Während der Kauf eines deutschen Adelstitels aufgrund der rechtlichen Regelung eher scherzhaft anzusehen ist, erhält man mit dem Kauf eines schottischen oder eines irischen Titels durchaus einen echten Adelstitel. Denn in diesen Ländern gibt es noch Landadel. Dieser bietet kleine Parzellen Land an, die man käuflich erwirbt, und durch diese Transaktion darf der adlige Anbieter den Käufer adeln. Dies geschieht auf rechtlicher Grundlage. Im Mittelalter war es üblich, vor allem wohlhabende Menschen zu adeln. Hatte nun eine Person genug Vermögen, um einem Adligen ein Stück Land abzukaufen, so durfte er dieses Land erst mit einem Adelstitel frei wirtschaftlich nutzen. Dieser Brauch hat sich in Irland und Schottland bis heute gehalten. Aber wer nun denkt, er könne dann auf diesem Stück Land wie ein echter Adliger leben, dem sei gesagt, dass ein Quadratmeter doch etwas zu klein ist, um darauf Landarbeit zu betreiben.