Hochbegabte Kinder: Wie erkennen und fördern?

Hochbegabungen oder spezifische Talente sind heute so vielfältig wie die modernen Gesellschaften selbst. Dennoch sind sie nicht immer eindeutig zu identifizieren. Es kommt auf die richtige Förderung an.

Was früher als "gottgegebene Gnade" galt, wird heute häufig mit speziellen Leistungen oder hoher Intelligenz belegt: Hochbegabung. Von musischen bis hin zu logisch-mathemathischen Supertalenten findet sich eine breite Palette an Zuschreibungen. Dennoch sind sich die Experten weitestgehend einig, dass speziell begabte Kinder nicht einfach geboren werden. Auf die spezielle Förderung und Begleitung kommt es an.

Im "Drei-Ringe-Modell" nach Renzulli vereinen sich die Hauptfaktoren, unter denen Hochleistung entstehen kann: Motivation, Intelligenz und Kreativität. Die Schnittstelle dieser Faktoren gilt als Zentrum der Hochbegabungsentstehung. Doch heute wurden die Chancen, dass sich ein hochbegabtes Kind zur Leistungsexzellenz entwickeln kann, bereits um die sogenannten hemmenden Umweltfaktoren "Schule", "Peer" und "Familie" revidiert. Diese Theorie der "Triadischen Interdependenz" nach Mönk sieht Entwicklungsmöglichkeiten zur Leistungsexzellenz nur dann, wenn alle Umweltfaktoren mit den inneren Stärken des Kindes zusammenspielen. Auch bereits Schüchternheit oder Prüfungsangst können Talente behindern.

Die Identifizierung der Hochbegabung erfolgt meist über IQ-Tests und spezifische Leistungen, beispielsweise einen Mathematikwettbewerb. Ist Hochbegabung diagnostiziert, kommt es dennoch auf spezielle Fördermaßnahmen an. Ein Beispiel für solche Förderprojekte wäre das schulische Enrichment-Modell. Dieses Modell, das sich in drei unterschiedlichen Stufen umsetzen lässt, soll den hochbegabten Kindern zum einen Schnuppermöglichkeiten bieten, in denen sie Themenbereiche und eigene Vorlieben kennenlernen sollen. In einem weiteren Schritt werden die Schnupperangebote zu großen Projektvorhaben ausgeweitet, in denen die Kinder selbst tätig sind und beispielsweise physikalisch-chemische Versuche oder mathematische Rechnungen erstellen. Zum anderen sollen diesen Kindern auch die Methoden und Fertigkeiten vermittelt werden, die zur sicheren Erschließung und Abspeicherung von Informationen nötig sind. Dazu gehören unter anderem sprachliches Training, das Erstellen von Mindmaps oder Clustern sowie effektive Interviewtechniken.